Dieses Gedicht habe ich für eine kleine Meeresschildkröte geschrieben, welche ich ungefähr

100 Seemeilen westlich der afrikanischen Küste traf. Sie kam mir so traurig und deprimiert vor,

daß ich mich entschied ihr die folgenden Verse zu widmen.

 

                                                                                                          Stella Maris, im Dezember 2005                   

 

Kleine Meeresschildkröte

 

 

Kleine Meeresschildkröte, die du schwimmst in dem Atlantik,

siehst nicht aus wie eine Flöte, doch entbehrst nicht der Romantik.

 

Einen Panzer hast du oben, und vier Füße so wie Flossen,

bist ganz alleine losgezogen, wo sind nur deine Artgenossen.

 

Trotzdem bist du nicht alleine, meine dufte kleine Biene,

es gibt hier zwar keine Schweine, doch dafür Wale und Delphine.

 

Jedesmal wenn ich dich sehe als kleinen Punkt im großen Wasser,

siehst du fast aus wie eine Zehe, in Wirklichkeit ist die viel blasser.

 

Wenn man dann langsam näher kommt, um dich im Ganzen zu betrachten,

versteckst du dich im Tiefen promt, du magst halt keine Segeljachten.

 

Ganz doll muß ich mich anstrengen, will ich dich fotografieren,

weit von Bord muß ich mich hängen, du scheinst dich manchmal zu genieren.

 

Ach kleine Schildi laß dir sagen, es sei dir nicht Angst und Bange,

denn in unser´n alten Tagen ist die Schönheit her schon lange.

 

Bist du zu hübsch und auch zu niedlich, wirst du vom bösen Hai gebissen,

doch bist du häßlich bleibt er friedlich, ich brauch dich dann nicht zu missen.

 

wenn ich des nachten´s schau nach oben, wo der Mond scheint und die Sterne,

dann glaub mir ganz ungelogen, dich als Sternbild hätt´ ich gerne.

 

Kleine Schildkröte im Meer, die Poesie geht nun zu Ende,

denn ich merke immer mehr, mir fehlt einfach die Poente.

 

Ulf

 

 

*  *  *

 

 

 

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